EIN PAAR WORTE ÜBER UNS SELBST
Die DUG wurde im Jahre 1970 von István Filippi gegründet. Das vorrangige Ziel der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft ist es, wie der Name schon sagt, zwischen den beiden Nationen Kontakte zu vermitteln und gegenseitiges Kennenlernen zu fördern.
In den 70er und 80er Jahren lag ein Schwerpunkt der Tätigkeiten des Vereins auf der Verbreitung der Freiheitsideale des Volksaufstandes von 1956 sowie auf der Unterstützung von ungarischen Exilverlagen, deren Publikationen wir bis 1992 auf der Frankfurter Buchmesse ausgestellt haben.
Die Geschichte gab den Idealen und Zielsetzungen des Vereins Recht; Probleme gibt es Jedoch auch weiterhin. Für ein Europa ohne Grenzen müssen Stacheldraht, Mauer und Vorurteile in den Köpfen abgebaut werden.
Dieses Ziel verfolgen wir mit den Aktivitäten im Rahmen der neuorganisierten DUG: Attraktive Kulturprogramme, Veranstaltungen, Konzerte, Ausstellungen, Konferenzen.
Als einen weiteren Schwerpunkt unseres Programms unterstützen wir Projekte von Städtepartnerschaften, sowie den Austausch von Schülern, Studenten und Jugendgruppen in Ungarn und Deutschland. In diesem Sinne sind wir selbstverständlich an der Zusammenarbeit mit deutschen und ungarischen Verbänden und Organisationen, mit ähnlichen Aktivitäten und Zielen Interessiert.
Die Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse bleibt eine sehr wichtige Aufgabe. Hier sollen Verlage unterstützt werden, die als ungarische bzw. deutsche Minderheitenverlage in den Ländern des Donauraumes tätig sind. Zu einem runden Bild der ungarischen Literatur gehört jedoch auch die Literatur in den angrenzenden Staaten, zumal es gerade diese Autoren sind, die das ungarische Sprache-Ghetto durchbrechen und durch ihre doppelte nationale Identität selbst zwischen den Kulturen vermitteln.
Es war einmal ein Turm zu Babel, dessen Spitze bis zu den Himmeln hätte reichen sollen, wäre er nur fertig geworden. Wurde er aber nicht. Gottes Zorn verwirrte die Sprache der Menschen, sie verstanden sich nicht mehr und verteilten sich über die Welt.
In der Stadt Frankfurt, am Fuße des Messeturmes aber versammeln sich alle Jahre - im Oktober - die Völker, um sich trotz der vielen Sprachen zu verständigen. Sie tun dies bereits seit mehr als fünfzig Jahren immer größeren Versammlungen und in BÜCHER GEKLEIDET.
Was ist aber ein B U C H ? Wie wäre es mit: Inkarnation des Wunders! Es ist abstrakt und doch materiell, der Geist, der flüchtige Gedanke wird darin zum (be-)greifbaren Stoff. Das Papier ist
nicht lebendig, die Buchstaben sind nur Transmitter, und trotzdem enthüllen sie uns ein ganzes Universum. Sie wecken das Wissen längst entschwundener Weisen, sie lassen uns fremde Freunde, fremdes Leid als das unsere erleben. Eine große Macht also, zum Guten wie zum Bösen...
In Frankfurt entfaltet sich zwischen den Buchdeckeln die Kultur der Nationen und Kontinente. Unzählige Blumensträuße. Friedlich liegen Eisblume und Orchidee Seite an Seite. Die Blütenlese an der XXI Jahrhundert sollte wieder die Hoffnung wecken auf Verständnis, Erkennen und die Achtung des jeweils anderen.
Miklós Török
